Alle Ilustrationen: (c) Liliane Oser
Auf Lesungen werde ich oft gefragt, wie ich auf die Idee kam, die Gurkentruppe zu schreiben.
Aber um ehrlich zu sein, war es gar keine Idee.
Ich musste nur das aufschreiben, was ich tagtäglich erlebte, während ich versuchte,
meine fünf Kinder zu anständigen Menschen zu erziehen.
Welche und wie viele von den Eigenschaften meiner Kinder nun genau in welchem
der Tiere steckt, darüber will ich Stillschweigen bewahren.
Worüber man nicht schweigen soll, ist die Art und Weise, wie Kinderseelen
in unserer Gesellschaft behandelt werden.
Eigentlich muss man 'misshandelt' sagen.
Sie werden zum Objekt der Ziele und Wünsche ihrer Eltern und Lehrer gemacht,
sie müssen sich schon früh verbiegen, um Anerkennung und Wertschätzung zu erhalten.
Als könne man sie nicht einfach um ihrer selbst willen lieben, nur weil sie sie sind.
Sie verdienen es doch, dass sie angenommen werden, wie sie sind, ganz besonders
von jenen, von denen sie abhängen.
Wir müssen unser Augenmerk wieder darauf richten, wie ein Kind glücklich wird.
Wir müssen die Rahmenbedingungen schaffen, in denen es seine in ihm angelegten
Potentiale entfalten kann. Wir müssen ihm Sicherheit geben und Zeit, um zu spielen
und die Welt zu entdecken.
Gleichzeitig müssen wir Vertrauen haben und ihnen etwas zumuten, an dem sie
wachsen können.
Wie kann man es nun gut machen?
Das ist eine sehr schwierige Frage, denn ein Kind gross zu ziehen ist eine hohe Kunst,
und wenn man mehrere von ihnen hat, wird es nicht einfacher.
Einige Menschen haben dazu gute Bücher geschrieben und ich möchte ein paar nennen,
die mir gefallen haben:
Remo Largo, besonders Babyjahre/Kinderjahre, Jesper Juul, Gerald Hüther, André Stern
und natürlich den grossen alten A.S.Neill, weil er ein Vorreiter war und Kinder liebte.